[hw] Etwas erstaunlich ist es schon, aber es stimmt: Der chinesische IT-Gigant Lenovo, der vorletztes Jahr die PC- und Notebook-Sparte von IBM kaufte, will nichts mehr mit dem Namen „IBM“ zu tun haben. Zwar war Teil des Deals, die Markenrechte von IBM, insbesondere „ThinkPad“, für fünf Jahre zu behalten und marketingtechnisch voll auszureizen, aber nun mehren sich die Indizien, daß Lenovo offiziell nichts mehr mit dem IBM-Brand zu tun haben will. (Inoffiziell ist IBM zu 20 Prozent Eigner von Lenovo, und der Stammsitz von Lenovo wurde eigens nach New York verlegt, um den Wechsel glaubwürdiger zu machen.) Die New York Times berichtet am 12. April: „Since Lenovo took over the IBM personal computer business last May 1, the company’s advertising and marketing efforts have excluded IBM almost entirely from the message.“ Warum distanziert sich Lenovo so schnell von IBM? Viele Beobachter und Analysten sehen darin einen übereilten Schritt, denn schließlich bedeute „IBM ThinkPad“ durchaus etwas, vor allem im amerikanischen Markt. Aber vielleicht sind die Marketingleute von Lenovo doch schlauer: Denn IBM ist in den letzten Jahren bei PCs und Notebooks immer die Nummer drei hinter Dell und Hewlett-Packard gewesen, zumal galten die IBM-Geräte als zu teuer – und das nicht zu Unrecht. Wenn Lenovo die IBM-Schalen nun schneller als erwartet abstößt, verbirgt sich dahinter wohl ein ernsthafterer Angriff auf die Bastionen der Marktführer von Dell und HP, als allgemein erwartet. Analyst Simon Yates von Forrester Research: „The IBM brand says third-place finisher, high priced. Lenovo needs to get rid of the IBM brand quickly because it came with a lot of baggage.“ That’s the point.