[hw] TechCrunch veröffentlichte díesen Post: "Oliver Starr at Mobile Crunch has a long and excellent writeup on ScanR, a new free service that allows you to take a camera phone picture (or any digital picture) and turn it into a searchable PDF file. If you have a camera phone with at least one megapixel of resolution, ScanR is great for turning things like whiteboard images and paper drawings into something more usable. This is particularly interesting for heavy travellers who do not have a scanner handy.To use it, you simply take a picture and email it to scanr. They supply you with an enhanced pdf version by email.

The company recently announced a $4.65 million Series A round of funding from Trinity Ventures and Thomvest International."

More: http://www.scanr.com/. Klingt irgendwie gut.

Ausbeutung umsonst

April 18, 2006

[hw] (1) Offene Worte von Oracle-Boss Larry Ellison. "Wenn ein Open Source-Produkt weit genug entwickelt ist, wäre es verrückt, damit konkurrieren zu wollen." Das sagte der Oracle-Chef in einem Interview mit der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times. Quelloffene Software wirke sich nicht negativ auf das Geschäft aus, man müsse lediglich Wege finden, um die Werte abzuschöpfen. "Wir brauchen Open Source nicht zu bekämpfen, wir müssen es ausbeuten", sagte Ellison. – Und umschreibt damit sehr schön den Sinn und Zweck eines jeden Unternehmens.

Das Gute an Open Source sei, so der Manager, daß sie niemandem gehöre. Einem Unternehmen wie Oracle stünde es frei, eine Anwendung in das eigene Angebot aufzunehmen und für den Support Geld zu verlangen. Wenn ein freies Produkt gut genug sei, werde es schlicht übernommen. "Als Apache besser wurde als unser eigener Webserver, haben wir diesen einfach verworfen und Apache eingesetzt", erläuterte der Oracle-Chef. – Klingt sogar vernünftig.

(2) Der Hersteller von Unternehmens-Software Oracle hat die Übernahme eines der zwei größten Linux-Distributoren geprüft. Das erklärte Ellison ebenfalls gegenüber der Financial Times. Auch die Herausgabe einer eigenen Linux-Version werde untersucht, meinte Ellison. "Ich hätte gerne einen kompletten Stack. Uns fehlt ein Betriebssystem. Man könnte daher sagen, daß es für uns reichlich Sinn hat, Linux zu verbreiten und zu unterstützen."

Bei der Prüfung der Möglichkeiten am Markt habe man überlegt, Novell zu kaufen. Nach Red Hat ist Novell der zweitgrößte Distributor des offenen Betriebssystems (durch den Kauf von Suse). Ellison: "Wir gucken uns alles an, wollen das voll ausspielen."

In der letzten Woche hatte Red Hat den Middleware-Hersteller JBoss für etwa 420 Millionen Dollar geschluckt. Ellison: "Damit konkurriert Red Hat mit uns im Bereich Middleware, und wir müssen unsere Beziehungen neu überdenken. Auch IBM wird das tun".  [Quellen: Financial Times online und de.internet.com]

[hw] Get out of the word-processing stone age and learn how to use your word processor the smart way. More: http://generaldisarray.wordpress.com/2006/04/14/ten-things-every-microsoft-word-user-should-know/

[hw] Gartner berichtet in einem Report darüber, daß etwa die Hälfte der in den Unternehmen verwendeten PCs oder Notebooks nicht in der Lage sind, unter Vista zu laufen. Das neue Betriebssystem von Windows soll Anfang nächsten Jahres herauskommen und wird wie alle seine Vorgänger sehr ressourcenhungrig sein. Gartner geht davon aus, daß ein Computer einen Arbeitsspeicher von mindestens einem Gigabyte benötigt, damit Vista zum Laufen kommt – eine Kapazität, die bisher nur im Serverumfeld oder bei Powerusern und ihren Maschinen zu finden ist. Und wer die Vorzüge von Virtualisierung – zum Beispiel mehrere unterschiedliche Betriebssysteme auf einem Rechner oder eine komplett vom Internet und seinen Gefahren abgeschottete Arbeitsebene – nutzen will, muß noch einmal 512 Megabyte Arbeitsspeicher dazupacken. Da kommen Beträge zusammen, die kaum ein Unternehmen ausgeben wird, nur damit es vista-reif wird. Gartner meint: Notebooks sollten alle drei Jahre und PCs alle vier Jahre ausgetauscht werden. Erst wenn Unternehmen tatsächlich diesen Ratschlag beherzigen, wird Vista eine erste Chance bekommen.

In der Vergangenheit war es übrigens auch nicht viel anders: Einmal preschte Microsoft vor (zuletzt in diesem Ausmaß mit Windows 2000), einmal Intel. Der Chiphersteller ist übrigens schon dabei, seine neuen leistungsfähigeren Dual-Core-Prozessoren anzupreisen. Basis und Überbau passen wieder einmal auf's Beste zusammen. Bleiben noch die Applikationen: Welcher Client-Rechner braucht schon mehr als ein GByte RAM? Vielleicht geht doch alles viel schneller – denn Vista soll als Hauptattraktion einen Viren- und Spywareschutz haben, der Unternehmensnetze besser absichert. Das könnte sogar die Controller überzeugen.

Was kommt nach Google?

April 15, 2006

[hw] Google ist nicht das Maß aller Dinge, oder doch? Schnelle Suche und schnelle Resultate sind schön, aber wie steht es mit der Frage nach der Relevanz? Wer wühlt sich schon gerne durch die Masse der Suchergebnisse? Quantität statt Qualität? Das Wall Street Journal online hat schon im letzten Dezember versucht, einige Antworten auf diese Fragen zu geben: "One size doesn't necessarily fit all when it comes to search engines. While Google, Yahoo and Microsoft are great at serving up answers to many types of queries, they aren't always the best way to find specialized information. And that's where a growing crop of specialized search sites comes in." More: http://online.wsj.com/page/2_1198.html

[hw] Outsourcing saves less than claimed. Das behaupted jedenfalls eine Reuters-Nachricht vom Tage: "AMSTERDAM (Reuters) – Outsourcing of information technology and business services delivers average cost savings of 15 percent, a survey found on Thursday, disproving market claims that outsourcing can reduce costs by over 60 percent." Die realen Ersparnisse bewegten sich dagegen zwischen 10 und 39 Prozent, im Durchschnitt also bei 15 Prozent. Folgende Schlußfolgerung müsse demnach gezogen werden: Wenn Vorteile durch Outsourcing gewonnen werden können, müssten auf jeden Fall die Kosten für Vertragsgestaltung und Implementierung abgezogen werden.

[hw] Etwas erstaunlich ist es schon, aber es stimmt: Der chinesische IT-Gigant Lenovo, der vorletztes Jahr die PC- und Notebook-Sparte von IBM kaufte, will nichts mehr mit dem Namen „IBM“ zu tun haben. Zwar war Teil des Deals, die Markenrechte von IBM, insbesondere „ThinkPad“, für fünf Jahre zu behalten und marketingtechnisch voll auszureizen, aber nun mehren sich die Indizien, daß Lenovo offiziell nichts mehr mit dem IBM-Brand zu tun haben will. (Inoffiziell ist IBM zu 20 Prozent Eigner von Lenovo, und der Stammsitz von Lenovo wurde eigens nach New York verlegt, um den Wechsel glaubwürdiger zu machen.) Die New York Times berichtet am 12. April: „Since Lenovo took over the IBM personal computer business last May 1, the company’s advertising and marketing efforts have excluded IBM almost entirely from the message.“ Warum distanziert sich Lenovo so schnell von IBM? Viele Beobachter und Analysten sehen darin einen übereilten Schritt, denn schließlich bedeute „IBM ThinkPad“ durchaus etwas, vor allem im amerikanischen Markt. Aber vielleicht sind die Marketingleute von Lenovo doch schlauer: Denn IBM ist in den letzten Jahren bei PCs und Notebooks immer die Nummer drei hinter Dell und Hewlett-Packard gewesen, zumal galten die IBM-Geräte als zu teuer – und das nicht zu Unrecht. Wenn Lenovo die IBM-Schalen nun schneller als erwartet abstößt, verbirgt sich dahinter wohl ein ernsthafterer Angriff auf die Bastionen der Marktführer von Dell und HP, als allgemein erwartet. Analyst Simon Yates von Forrester Research: „The IBM brand says third-place finisher, high priced. Lenovo needs to get rid of the IBM brand quickly because it came with a lot of baggage.“ That’s the point.

[hw] Eigentlich ist es ja schon länger ausgemacht: Open Source ist eine "disruptive" Technologie "von unten", also eine solche, die mit verbesserter Technik und billigeren Angeboten den "sustaining", den etablierten, sich nur allmählich verbessernden Technologien heftige Konkurrenz und mitunter den Garaus macht. Angetreten einst als alternative Bewegung von unten, die den traditionellen IT-Markt besonders bei Betriebssystemen und Software aufmischen wollte, tritt Open Source immer mehr als neue Form des Geschäftemachens auf. Um die Firma ist eine breite Community etabliert, die sich Gedanken um Verbesserungen und neue Releases macht, meistens kostenlos versteht sich, und dann sind da noch die Produkte, die verschenkt, für wenig Geld in "verbesserten" Versionen verkauft oder – dann so richtig teuer – mit Wartungs- und anderen Dienstleistungen zusammen angeboten werden. So richtig teuer – das stimmt natürlich nur bedingt: im Verhältnis zum Ausgangspunkt, der Abgabe "for free" innerhalb einer Community von Gleichgesinnten. Verglichen mit den Großen der jeweiligen Branche ist man immer noch ziemlich billig – eine gute Basis, ein neues Geschäft aufzuziehen. Und in dem läßt sich offenbar inzwischen so viel verdienen, das man selbst zukaufen kann. Und zwar in Millionenhöhe. Insgesamt 350 Millionen Dollar legt Red Hat, führender Anbieter des Linux-Betriebssystems im kommerziellen Umfeld, auf den Tisch, um sich den "Weltmarktführer bei Open Source Middleware" einzuverleiben. Ganz so, wie es die Großen der Branche, egal ob sie nun IBM, EMC oder Oracle heißen, ständig tun. Lohnende Bereicherungen der eigenen Programmpalette werden hinzugekauft, ihre Produkte gepflegt oder integriert, manchmal auch nur einfach die bisherigen Kunden übernommen. Die Übernahme von JBoss durch Red Hat zeigt vor allem eins: Die Open-Source-Vermarkter sind endgültig erwachsen geworden.

[hw] (1) Wie Netcraft meldet, hat sich in den letzten drei Jahren die Zahl der angemeldeten Webseiten verdoppelt. es sind nun exakt 80.655.992, also über 80 Millionen, solcher Angebote im Internet. Bei den Webservern hat die Opensource-Software Apache innerhalb des letzten Monats einige Prozentpunkte verloren: Ihr Anteil ist um sechs Prozent auf 62,7 Prozent gesunken. Microsoft hat fünf Punkte gewónnen und liegt jetzt bei 25,2 Prozent Marktanteil. Das bedeutet, daß allein im März 2006 über vier Millionen Hostnames von Apache zu Windows Server 2003 migriert sind.
(2) Microsoft hat, wen wundert’s, positiv auf Apples Veröffentlichung von Boot Camp reagiert: „Windows is a great operating system. We’re pleased that Apple customers are excited about running it, and that Apple is responding to meet the demand.“ Apple konterte: „Boot Camp makes the Mac way more appealing to Windows users who are considering the switch by lowering the barrier to moving to Mac.“ Wer ist also nun „more excited“ – Apple-Anwender, die elegant auch Windows-Programme abspielen können, oder Windows-User, die jetzt locker auf Mac umsteigen können? Hat dieses Marketing-Hickhack etwas mit den wahren Bedürfnissen der User zu tun? Wohl kaum. 

[hw] Mit dem Wechsel ins Lager der Intel-Prozessoren war es schon deutlich geworden: Apple wendet sich von der proprietären Plattform ab und setzt auf Commodity und Standards. Der nächste fällige Schritt wurde nun mit der Vorabversion der Software Boot Camp bekannt gemacht: Wer künftig auf seinem Apple-Rechner auch Windows-Programme installieren will, muß nicht mehr den Weg über eine umständliche (und langsame) Emulation gehen. Boot Camp öffnet direkt das Fenster in die Microsoft-Welt. Dieser Strategiewechsel wird wohl den Marktanteil von Apple etwas nach oben treiben – es werden sich genug Anwender finden, die Exklusivität und Massengeschmack miteinander verbinden wollen. Das eigentlich Interessante an dieser neuen Volte von Apple besteht in dem Aufspringen auf den Zug durchgesetzter Standards – und die heißen Wintel = Windows und Intel. Daran etwas Schlimmes zu entdecken, sollte Sektierern überlassen bleiben.